Stillrichtlinien

Mit dem Stillen geben Frauen ihren Kindern den besten Start ins Leben. Hebammen wissen um die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind und ermutigen daher Frauen, so lange zu stillen, wie sie und ihre Kinder es möchten. Die individuelle Beratung und Hilfestellung bei allen Fragen, die das Stillen betreffen, sind eingebunden in die ganzheitliche Hebammenbetreuung während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und die Zeit danach.

Die Stillrichtlinien tragen dazu bei, durch die Art der Betreuung den Frauen zu ermöglichen, ihre Kinder 6 Monate ausschließlich und danach unter zunehmenden Mengen von Beikost, wenn gewünscht, bis ins 2. Lebensjahr hinein zu stillen.

Die kostenlosen Stillempfehlungen gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Türkisch bei der Geschäftsstelle der Nationalen Stillkommission am BfR, Thielallee 88-92, 14195 Berlin, Fax: 0 30 / 84 12 - 37 15, E-Mail: stillkommission@bfr.bund.deWeitere Informationen im Internet:

Nationale Stillkommission: www.bfr.bund.de/cd/2404

Stillempfehlungen: www.bfr.bund.de/cd/711

Die Empfehlungen gelten für das Stillen gesunder, reifer Neugeborener. Frühgeborene und kranke Kinder und deren Familien bedürfen besonderer Unterstützung, um von Anfang an die Vorteile der Muttermilch zu nutzen.


Schwangerschaft

In der Schwangerschaft hat die Stillberatung ihren festen Platz, sowohl in der Schwangerenvorsorge, Schwangerenberatung, Geburtsvorbereitung oder in speziellen Kursen zum Thema Stillen. Stillberatung beinhaltet:

  • Informationen über die Vorteile des Stillens
  • Beginn der Stillbeziehung
  • Grundwissen über Stillpositionen, Stillrhythmen und den Zusammenhang von Nachfrage und Angebot
  • Informationen über Hebammenhilfe in der gesamten Stillzeit
Eine Brustuntersuchung wird mit dem Ziel durchgeführt, der Frau Selbstvertrauen zu geben in ihre Fähigkeit, ihr Kind zu ernähren.Die umfassende Anamnese beinhaltet die Frage nach Allergien in der engeren Familie.


Geburt

Nach der Geburt verbringt das Kind die erste Lebensstunde in ununterbrochenem Hautkontakt auf dem Bauch seiner Mutter. Sobald das Kind seine Bereitschaft zum Saugen zeigt, werden Mutter und Kind beim ersten Stillen unterstützt. Das Kind kann solange trinken wie es möchte. Tröpfchenweise lernt das Kind, mit den kleinen Mengen Kolostrum das Saugen und Schlucken mit der Atmung zu koordinieren. Hierbei können der Mutter die ersten Informationen zum korrekten Anlegen, der Bedeutung des Kolostrums und der Häufigkeit des Stillens in den ersten Tagen des Lebens gegeben werden. Nach dieser ersten wertvollen Beziehungs- und Nahrungsaufnahme erfolgen Routinemaßnahmen wie U1, Wiegen, Messen und evtl. Baden.

Nach einem Kaiserschnitt wird das Kind angelegt, sobald die Mutter dazu in der Lage ist.


Frühes Wochenbett

In den ersten Tagen werden ausführliche Beratungsgespräche mit der Mutter geführt. Neben der korrekten Anlegetechnik werden verschiedene Stillpositionen gezeigt und geübt. Zur Vermeidung von Milchstau und wunden Brustwarzen werden die Wiegehaltung, die Rückenhaltung und das Stillen im Liegen innerhalb eines Tages mehrfach gewechselt. Der ununterbrochene Kontakt zwischen Mutter und Kind ist nur bei 24-Stunden-Rooming-in gewährleistet und unterstützt die Frau darin, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen und nach Bedarf zu stillen. Nach den ersten 24 Stunden sind es i.d.R. 5-6 Mahlzeiten, ab dem 3.Tag dann 8-12 Mahlzeiten. Schläfrige Kinder werden entsprechend geweckt und angelegt. Bei diesem Stillmanagement ist jede Gabe von Flüssigkeiten und/oder Nahrung beim gesunden Kind nicht erforderlich. 
Viel Ruhe, Nähe zum Kind und Hautkontakt wirken sich positiv auf Milchproduktion und Milchspendereflex aus und fördern somit einen entspannten Stillbeginn. Die Verwendung von Beruhigungsschnullern und Flaschensaugern kann beim Kind ein verändertes Saugverhalten auslösen und sie werden daher in den ersten sechs bis acht Wochen nicht eingesetzt.
Die Hebamme spricht mit der Mutter über ihre Ernährung und berät die Eltern über Familienplanung.


Späteres Wochenbett und Stillzeit

Die Betreuung im Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit gibt der Hebamme die Möglichkeit, die Frau in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen und in ihrer neuen Aufgabe als Mutter zu bestärken. Die Beratungsschwerpunkte der Hebamme liegen darin, mögliche Probleme anzusprechen und mit der Frau Lösungswege zu erarbeiten. Die Hebamme spricht mit den Eltern über den weiteren Verlauf der Stillbeziehung. Die Frau wird dahingehend aufgeklärt, bei beginnenden Stillschwierigkeiten sich sofort mit einer Hebamme in Verbindung zu setzen. Dies setzt voraus, dass die Mutter über mögliche Anfangssymptome informiert ist. Die Hebammenhilfe ist bis zum Ende der Stillzeit in der Gebührenverordnung gesetzlich geregelt.

Im Verlauf der Betreuung informiert die Hebamme auch über die Einführung der Beikost. Die Frau wird auf Stillgruppen und Mutter-Kind-Gruppen hingewiesen, in denen sie Hilfe und Unterstützung für den Alltag mit einem Neugeborenen erhalten kann.

In der langen Betreuungsphase von Schwangerschaft über Geburt, Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit entsteht eine feste Vertrauensbasis zwischen Mutter, Hebamme und Familie. Hebammen sind sich dieses Vertrauens bewusst und gehen verantwortlich damit um. Sie arbeiten mit anderen Fachgruppen im Sinne der Frauen und Familien zusammen.

Erstellt von den Stillbeauftragten der Hebammenlandesverbände und des BDH Februar 1998
Verabschiedet vom Hauptausschuß des BDH April 1998

Stillbeauftragte des Kreisverbandes Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen ist die Hebamme
Frau Peikert Angelika,Hauptstrasse 62,79199 Kirchzarten.


Tel.07661/903806 Fax: 07661/903807


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