Der Deutsche Hebammenverband startete am Internationalen Hebammentag, den 5. Mai 2010, eine E-Petition.
Nach Ablauf der Zeichnungsfrist am 17. Juni 2010, 24:00 Uhr beträgt der aktuelle Stand der Mitzeichnungen der Petition des Deutschen Hebammenverbandes
105.386 elektronische und
80.970 schriftliche Zeichnungen
Vielen Dank allen Mitstreitern.Es hat ein deutliches Signal gesetzt,das Gesundheitsministerium sieht jedoch keinen Handlungsbedarf bei Hebammenvergütungen
Am 5. Juli 2010 ist das Schiedsstellenverfahren zur Vergütung von Hebammenleistungen mit einem Vergleich zu Ende gegangen, der weit hinter den Forderungen der Hebammenverbände zurückbleibt. Die Pauschalen für außerklinische Geburten werden um 100 Euro sowie die für Beleggeburten um acht Euro angehoben. Die Erhöhungen beziehen sich auf die Sätze vom 31.12.2009, so dass der Vergleich bei den Pauschalen für die Beleggeburt de facto sogar einen Rückschritt bedeutet
Die Hebammenverbände hatten, um ein wirtschaftliches Arbeiten für freiberufliche Hebammen in der Geburtshilfe zu gewährleisten, folgende Erhöhungen gefordert: Beleggeburten um 36,28 EUR (Beleggeburten in 1:1-Betreuung um 72,69 EUR), außerklinische Geburten um 221,10 EUR (Geburtshaus) und 304,02 EUR (Hausgeburt).
Die Mehrheit der Schiedsstellenmitglieder hat sich nun den Argumenten der Hebammenverbände nicht angeschlossen und die o.g. Erhöhung beschlossen. Eine Entscheidung zum Wegegeld wurde auf den Herbst 2010 vertagt.
Vertreterinnen der Hebammenverbände kommentieren die Entscheidung mit großer Enttäuschung und Empörung. BfHD-Vorsitzende Susanne Schäfer: „Offenbar haben entscheidende Vertreter in der Schiedsstelle nicht verstanden, dass damit die Frauen nicht mehr frei darüber bestimmen können, wie sie gebären wollen. Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht jeder freiberuflichen Hebamme - und ins Gesicht jeder Frau, die sich für eine natürliche und selbstbestimmte Geburt entschieden hat.“
Der BfHD wird die eingeschlagenen Wege auf allen Ebenen weitergehen. Zum einen heißt es nun, die Politiker in die Pflicht zu nehmen, ihrer verbalen Unterstützung der letzten Monate Taten folgen zu lassen. Intensiv und auch in der Sommerpause werden außerdem alternative Versicherungssysteme weiterverfolgt.
Berlin: (hib/HAU/BOB) Eine Verbesserung der Vergütungssituation von Hebammen ist auch nach derzeit geltender Rechtslage erreichbar. Das machte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Daniel Bahr (FDP) am Montagnachmittag vor dem Petitionsausschuss deutlich. Der Grundsatz des Beitragssatzsicherungsgesetzes widerspräche keineswegs dem Anliegen, die Vergütungssituation der Hebammen zu verbessern, sagte Bahr. Bei den Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen müsse der Anstieg der Prämien für die Haftpflichtversicherung von freiberuflichen Hebammen Berücksichtigung finden. ”Aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums bedarf es insoweit keiner Gesetzesänderung“, betonte Bahr. Er äußerte zugleich die Hoffnung, dass im aktuellen Schiedsverfahren möglichst schon Anfang Juli eine für Kassen und Hebammen akzeptable Lösung gefunden werde.
Grundlage der Diskussion im Petitionsausschuss war eine von der Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, Martina Klenk, eingebrachte Petition, in der festgestellt wurde, dass steigende Haftpflichtprämien und eine unzureichende Vergütung die Hebammen zum Aufgeben der Geburtshilfe zwängen. Dadurch könne die flächendeckende Versorgung ebenso wie die Wahlfreiheit der werdenden Mütter, wo und wie sie ihr Kind gebären möchten, nicht mehr sichergestellt werden. Mehr als 106.000 Personen hatten die E-Petition im Internet mit gezeichnet.
Klenk zeigte sich vor dem Ausschuss erfreut über die große Unterstützung in der Bevölkerung für die Forderung ihres Verbandes an die Politik, ”Sofortmaßnahmen“ zu ergreifen, um diese Entwicklung zu stoppen. Eine Steigerung der Haftpflichtprämie für das Berufsrisiko Geburtshilfe auf 3.689 Euro ab 1. Juli 2010 bei einem durchschnittlichen Jahresrealeinkommen von etwa 14.000 Euro sorge laut Klenk dafür, ”das sich der Beruf nicht mehr lohnt“. Der Deutsche Hebammenverband fordere daher, einen ”steuerfinanzierten Fonds für Heilberufe“ einzurichten. Geburt und Schwangerschaft seien schließlich ”keine Krankheiten“. Daher sollten nicht die Krankenkassen für die Leistungen einer Hebamme aufkommen.
Abgeordnete aller Fraktionen dankten der Petentin dafür, die prekäre Situation der Hebammen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt zu haben. Die Unionsfraktion forderte, alles zu tun, um die Wahlfreiheit für Frauen bei der Geburt zu erhalten. Zugleich wurde infrage gestellt, ob es denn eine ”Chancengleichheit“ bei den Verhandlungen zwischen Hebammen und Krankenkassen gebe. Auch aus Sicht der SPD-Fraktion stehe die Wahlfreiheit auf dem Spiel. Allein seine Hoffnungen darauf zu setzen, dass im Schiedsverfahren eine baldige Lösung gefunden werde, reicht aus Sicht der SPD jedoch nicht aus. Daher wurde angeregt, bei einem ”schlechten Ergebnis“ für die Hebammen doch über einen ”Steuerfonds“ nachzudenken. Diesem Ansinnen steht der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk (CDU), kritisch gegenüber. Ein solcher Fonds könne nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse, ”wenn er den zustande käme“, innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung ”organisiert und finanziert“ werden.
Gegen die Forderung von Grünen- und Linksfraktion nach einem ”Runden Tisch“ wandte sich Gesundheitsstaatssekretär Bahr. Allein schon da man keinen fachlichen Einfluss auf die Schiedsstelle nehmen wolle, wäre dieser ein ”falsches Signal“. Zudem habe Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit allen beteiligten Parteien schon ”intensive Gespräche“ geführt.
Dr. Edith Wolber | Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.
Hier erhalten Sie aktuellen Informationen auf der Homepage "Hebammen für Deutschland"
www.rdl.de//index.php?option=com_content&task=view&id=6405&Itemid=145
Hilferuf der Geburtshelferinnen hier vor Ort.Bericht der Badischen Zeitung Freiburg mehr darüber....
Bericht der Badischen Zeitung über das Geburtshaus Lörrach mehr darüber....
Wiegenlieder für mehr Geld Hebammenprotest in Stuttgart mehr darüber....
Hebammenprotest in Stuttgart Hebamme_Hebarme-Hebarmut mehr darüber....
''Geringschätzung von Hebammen und Müttern' Bericht der Süddeutschen Zeitung mehr darüber....
Das ist fast wie ein Berufsverbot Morgenpost berichtet über Berliner Hebammenstreik mehr darüber....
Berliner Hebammen-Protest vor der Charitee mehr darüber...
Hebammenprotest Köln mehr darüber...
Aufstand der Geburtshelfer.Aus Köln berichtet Susanne Kailitz mehr darüber....
Neue Hafpflichtprämien erzürnen Hebammen.Proteste aus Hessen mehr darüber...
Bericht von Zeit online Notfall Hebamme mehr darüber...
Geburtshilfe hat in Deutschland keine Zukunft Bericht von Stern t.v mehr darüber...
In anderen Umständen,Bericht von Nina von Hardenberg mehr darüber....
Bayerns Hebammen protestieren mehr darüber....
Ab Juli keine Hausgeburtshilfe mehr in Tübingen mehr darüber...
Hebammen fürchten um ihre Existenz-Bericht aus Schleswig-Holstein mehr darüber...
Hebammen protestieren für bessere Arbeitsbedingungen mehr darüber....
Bericht vom NDR " Hebammen fordern "Andere Umstände"mehr darüber...
Pressemeldung aus dem Ministerium für Arbeit und Soziales
Bundestagsfraktion Bündnis 90 die Grünen
Landtagsfraktion Bündnis 90/die Grünen
Michael Abou Dakn, Chefarzt St. Joseph Krankenhaus, Berlin-Tempelhof, Vorsitzender der Unicef-WHO Initiative babyfreundliches Krankenhaus e.V.
"Es wird Zeit, dass die wertvolle Hebammenarbeit auch finanziell wertgeschätzt wird. Nur durch das Engagement der Hebammen hat die Geburtshilfe ihr menschliches Gesicht behalten. Seit der Einführung der DRG in Deutschland besteht die große Gefahr, dass junge Mütter und Eltern hilflos aus den Kliniken entlassen werden. Mit Hilfe der freiberuflich arbeitenden Hebammen kann die Qualität der Versorgung gewahrt bleiben. Konzepte der frühen Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern sowie der Prävention der Kindswohlgefährdung sind ohne die kompetente Hilfe und Unterstützung der Hebammen nicht einführbar! Sie sind ein wichtiger Teil um Deutschland "babyfreundlicher" zu machen!"
"Die meisten Kolleginnen in unseren Kreißsälen arbeiten sowohl als angestellte wie auch als freiberufliche Hebammen. Damit sorgen sie für eine kontinuierliche und gute Begleitung der jungen Familien. In unserem Beruf, egal an welchem Ort wir ihn ausüben, tragen wir eine große Verantwortung. Wir solidarisieren uns mit den streikenden Kolleginnen: für eine Bezahlung, die unserer Arbeit angemessen ist.“
Die zentrale Rolle der Hebammen bei der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen ist in Deutschland historisch gewachsen und wesentlicher Bestandteil unseres Gesundheitssystems. In den letzten Jahren hat sich die Kaiserschnittrate in Deutschland bei etwa 30%-40 % "eingependelt". Dies ist auch Teil eines Sicherheitsdenkens in der Medizin. Es ist jedoch eine Binsenwahrheit, dass eine gute Betreuung der Schwangeren und Gebärenden durch fürsorgliche Hebammen der natürlichen Geburt förderlich ist. Es erscheint nur logisch, die Hebammenarbeit - auch finanziell - zu würdigen. Dies steigert die Lebensqualität in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett und spart durch Vermeidung unnötiger Operationen im Endeffekt Geld.
Ich hoffe, dass dies den Kostenträgern bekannt ist und unterstütze aus diesem Grunde sehr, die Arbeit unserer Hebammen in Deutschland nicht nur gesellschaftlich höher anzuerkennen, sondern auch finanziell zu unterstützen.
„Mein Sohn ist inzwischen fast drei. Aber ich werde die Nacht nie vergessen, in der er zur Welt kam. In dieser Nacht und auch in der Zeit danach waren die Hebammen für meine Frau und vor allem auch für mich von unbezahlbarem Wert. Ein kleines Menschlein voller Freude im Arm zu halten ist das Eine. Aber auf dessen Bedürfnisse und Wünsche eingehen zu müssen ist gerade in den ersten Monaten eine riesige Herausforderung. Dabei auf die Unterstützung der Frauen zählen zu können, die rund um die Uhr im Einsatz sind für das Wohl der Kinder als auch der Eltern, das ist Gold wert. Und so sollte es auch bezahlt werden. Gerade auch im Hinblick auf immer wieder kehrende Berichte von überforderten jungen Familien und den darunter leidenden Kindern können wir auf die wachsamen Augen der Hebammen nicht verzichten. Meine Frau und ich unterstützen die Forderungen der Hebammen aus tiefstem Herzen.“
"Mein Sohn ist jetzt acht Monate alt und "aus dem Gröbsten raus". Aber wenn ich an die Geburt und die erste Zeit zurück denke - ich weiß nicht, wie ich dass hätte meistern sollen ohne das Team sehr gut ausgebildeter, erfahrener, sensibler und zuversichtlicher Hebammen. Und das, obwohl die Geburten im Januar nur so purzelten und 20 Stunden-Tage für meine Hebamme keine Seltenheit war. Natürlich kam auch mein Sohn, wie wohl die meisten Kinder, über Nacht zur Welt. Es gibt nur einen einzigen Grund, warum Hebammen das verdienen, was sie verdienen – obwohl sie mehr Geld verdient hätten: weil es ein Frauenjob ist. Ähnliche verantwortungsvolle und anspruchsvolle Tätigkeiten führen bei Männern zu entschieden höheren Einkommen. Dabei gilt inzwischen seit 60 Jahren das Grundgesetz. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss endlich umgesetzt werden. Und deshalb unterstütze ich Ihre Forderungen und wünsche Ihnen von ganzem Herzen viel Erfolg!"
"Als meine Freundin und ich erfahren haben, dass wir Eltern werden, waren wir natürlich hoffnungslos überfordert. Als dann unsere Hebamme auf der Matte stand, war wirklich alles viel einfacher. Nicht nur, dass die Hebamme bei der Geburt aktiv ins Geschehen eingreift, sie sind vor allem für die Väter, die echt keinen blassen Schimmer haben, extrem wichtig. Viele beruhigende Worte, lange Telefonate (auch über die normale Betreuungszeit hinweg) und hilfreiche Tips später kann ich aus fester Überzeugung sagen, dass ohne die Hebamme diese ganze Kinderkiste für mich echt schwer zu wuppen gewesen wäre. Diese Frauen sind wirklich mehr Geld wert!“
„ Eine Hebamme bringt Kinder auf die Welt. Das ist wahrscheinlich der wichtigste Job überhaupt! Die Verantwortung und das Vertrauen sind gross und das Gehalt klein – das passt nicht zusammen! Darüber hinaus kümmert sich die Hebamme auch um die Eltern und hilft ihnen mit der neuen Situation umzugehen, vor und nach der Geburt.
Hier wird am falschen Ende gespart! Ich will, dass sich das ändert!!!"
Am 07.09.09 ist unser Sohn zur Welt gekommen und wenn man sagt gekommen, könnte man jetzt denken, es sei wie von allein passiert; ist es aber natürlich nicht! Ich denke, jeder weiß, dass Hebammen den wichtigsten Part im Kreissaal übernehmen, gemeinsam mit der Mutter das Kind zur Welt zu bringen und auch noch lange Zeit danach liebevoll zu betreuen. Als ich gehört habe, was Hebammen verdienen, konnte ich es gar nicht fassen! Dieser Beruf ist doch kein Aushilfsjob im Gesundheitssystem, sondern einer der wichtigsten Aufgaben bei der Entstehung von Leben. Peinlich für die Gesellschaft, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass dieser Job auch gut bezahlt wird.
"Erst als ich Vater wurde, war mir bewusst, was eine Hebamme wirklich ist: Nicht nur eine Geburtshelferin, die den wohl schönsten Augenblick eines Menschen begleitet, sondern eine wichtige Vertrauensperson für die werdende und gewordene Mutter. Dieser Beruf und die Menschen, die in ausüben, müssen eine größere Wertschätzung erfahren."